Montag, 30. Dezember 2019

why love still hurts in the 21rst century -

Leute, die im Ernst Emotionen als lästig und falsch empfinden, werden niemals auf einen grünen Zweig kommen. "Frauen nerven nur mit ihrer Emotionalität und Klettenhaftigkeit", schrieb mir einer, der mich nicht kannte (und niemals kennenlernen wird), und das sollte witzig gemeint sein.
Wer Gefühle auf der Seite der Frauen ansiedeln, ist ein dualistisch denkendes patriarchales Monster.
Und warum ist das so? Weil Männern die Gefühle aberzogen wurden, wohl heute nur noch teilweise wahr. Ich glaube, da muss man noch viel weiter zurückgehen in die frühe Neuzeit, als Frauen aus dem öffentlichen Leben hinaus und in die monogame Ehe, also in die ökonomisch-geistige Abhängigkeit getrieben und zu Experten für Liebe, Beziehung und Fürsorge gemacht wurden - es blieb ihnen ja nicht viel anderes übrig. Lest mal Eva Illouz "Warum Liebe weh tut".


People who seriously perceive emotions as annoying and wrong will never progress in life. "Women are only annoying with their emotionality and clinginess," wrote one who did not know me (and will never get to know me), and that was adorned with a "wink-wink" emoji.
Anyone who places feelings on the side of women is a dualistic-thinking patriarchal monster.
Any why is this the case? Because men's feelings were banned and censored in their up-bringing? probably only partially true today. I think that one has to go much further back into the early modern era, when women were forced out of public life and into monogamous marriage, i.e. into economic and intellectual dependency, and thus made experts in love, relationship and care - they didn't have much else to do. Read Eva Illouz "Why love hurts".

Donnerstag, 28. Februar 2019

The Beauty Myth ° Der Schönheit(swahn)

Am 22. 2., war unser Thema der Schönheitswahn. Wir haben unsere persönliche Geschichte befragt und uns ausgetauscht mit diesen und anderen Leitfragen: welche Rolle hat Schönheit in meinem Leben? Wie wirken Normen auf mich als Frau, welchem Wandel unterliegen sie (von den 50ern zu den 60ern der große Umschwung von der "fraulichen" Figur zum androgynen Model)? Wie stehe ich zu meinem Körper, was würde ich gerne ändern? Welche Rolle spielt das eigene Selbstwertgefühl, das Wohlgefühl im Körper, also die Gesundheit dabei und wie können Urteile anderer meine Selbsteinschätzung beeinflussen, sowohl positiv wie negativ? Wie beeinflusst mein Selbstbild und die selbst empfundenen Mängel meine Sexualität, oder ist es umgekehrt, dass Scham und Schuldgefühle beim Sex mein Körperbild verzerren? Was führt dazu, dass Frauen ihre Vulva oder Brüste operativ verändern lassen, welcher Norm hängen sie an? Und zuguterletzt: Was brauche ich, um mich in meinem Körper wohlzufühlen, wie fühle ich mich, wenn ich im Einklang bin? Tanzen, in Bewegung, lustvoll, verbunden mit meiner Umgebung, warm, frei, von Wärme und den Elementen umspült, angenommen... waren einige der Antworten. Das Buch: "Der Schönheitsmythos" von Naomi Klein (Vorschlag von mir, sowie "Daring Greatly" von Brenè Brown (Vorschlag von Katharina) gaben uns dabei wichtige Impulse. Schwer wiegt immer noch das Erbe vieler Jahrtausende männerbestimmter Körperbilder. Aber sich mit Frauen auszutauschen, ist eine wunderbare Geschichte und so herzerwärmend. Danke nochmal an alle die da waren.

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On 22. 2., our topic was the beauty myth. We enquired into our personal story and exchanged views about this and other key questions: what role does beauty play in my life? How do norms affect me as a woman, what changes have they undergone - from the 50s to the 60s, the great shift from the "feminine" figure to the androgynous model for example? How do I feel about my body, what would I like to change? What role does one's own self-esteem play, my well-being in the body, health, and how can judgments of others influence my self-assessment, both positive and negative? How does my self-image and self-perceived deficiencies affect my sexuality, or is it the other way around, that shame and guilt in sex distort my body image? What causes women to have their vulva or breasts surgically altered, which norm do they depend on? Last but not least, what do I need to feel comfortable in my body, how do I feel when I am in harmony? Dancing, in motion, relish, connected with my surroundings, warm, free, lapped by warmth and the elements, accepted ... were some of the answers. The book "The Beauty Myth" by Naomi Klein (suggestion by Bettina Semmer), as well as "Daring Greatly" by Brenè Brown (suggestion Monika Katharina Hagg) gave us some inspiration and are recommended for further reading. The inheritance of many millennia of women's body images as defined by men still weighs heavily. But talking to women is a wonderful story and so heartwarming. Thanks again to all who were there.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Women, Men, Power ° Frauen, Männer, Macht

Gestern war ich bei einem spirituellen Salon, es war der erste in einer Jahresreihe um das große Thema Mann und Frau. Ich habe den Abend sehr genossen, es hat gut getan, so viele Aspekte des großen Themas im Zusammenhang mit dem speziellen Thema Macht zu hören. Dazu möchte ich noch einige Gedanken äußern, die mir auf der Seele brennen.
​Das Thema treibt mich um: Dualität von Mann und Frau, die Anziehung, die auf der Verschiedenheit beruht, der Polarität ... hier fehlte für mich der große Komplex der erotischen Liebe. ​Und dann ist da die große Ungerechtigkeit, die aus den Unterschieden im Patriarchat, und speziell im Kapitalismus erwachsen ist. Als mit Beginn der Neuzeit Kirche, Obrigkeit und Wissenschaft eine unheilige Allianz eingingen, um die Verfolgung unchristlicher Tätigkeiten auf die Frauen zu konzentrieren, gab es noch eine relative Selbstbestimmung der Frauen, weibliche Göttinnen aus vorschristlicher Zeit traten in vielen Gestalten und unter vielen Namen auf. Dann begann das, was Silvia Federici die "Feminisierung der Armut" nennt und die Hexenverfolgung, die Zeit der Verzweiflung. Zwischen 1328 und 1427 vollzieht die die Verdrehung der Kelte zum Hexensabbat, einzig und allein aufgrund christlicher Vor- und Unterstellungen. Die, die als Hexen verfolgt und verbrannt wurden, hatten andere - vor alem weibliche - Vorbilder. Und diese fehlen uns heute. Erst mit dem Auftauchen des Buchdrucks wurde eine Masssenvernichtung daraus.
Hier irrt die Co-Leiterin von gestern, Susanne Brian. Es ist die Neuzeit, nicht das Mittelalter, die Aufklärung, die die Frau zur Natur, den Mann zur Kultur erklärte. Die Folgen sind u.a. eine Abwertung der weiblichen Körper und ihrer Tätigkeiten, die sich in der schlechten oder Nicht-Bezahlung von Care-Arbeit bis heute ausdrückt.
Ich mochte es nicht, wie Susanne gleich mit zwei sehr negativen Frauenbildern eingestiegen ist: Dem Schmerzkörper auf der Opferrolle und dem manipulativen Gebrauch von "Macht" aus der Ohnmacht, der Bitchiness. Ich hoffe, hier nicht meinen eigenen Schatten gesehen zu haben. Traurig, passiv, schmerzvoll, mit dem Brüten als Zentrum des Frauseins. Deshalb habe ich Shakti als kraftvolle Essenz der Frau - als anima in power - erwähnt, obwohl ich auch noch viele weitere Punkte gehabt hätte, aber es sollte ja kein Co-Referat werden.
Dann kam Barbara von Meibom mit der Satz: ich bin eine machtvolle Frau - das ist toll, dazu zu stehen! Und gleich darauf die Verknüpfung mit ihren männlichen Anteilen. Wie? - eine Frau kann nicht machtvoll sein und gleichzeitig weiblich? Ich habe es auch gehört, dass sie weiblich und machtvoll sein möchte, und wie schwer das sei. Ja, das kann ich nachvollziehen, das muss meines Erachtens soziologisch-historisch und spirituell aufgearbeitet werden. Auch deshalb hängt mein Auge am Matriarchat, das (oder dessen Relikte) heute in rund 100 Kulturen noch zu sehen ist. Und dies ist keine Umkehrung der männlichen Herrschaft. Einige Rollenmuster können freilich als vertauscht betrachtet werden, wie das Werben eines herausgeputzten Männchens um eine machtvolle, häufig ältere Frau, die aktiv aus der Reihe von Bewerbern den für sie passenden auswählt. Aber insgesamt geht es im Matriarchat um das Wohlergehen aller und nicht um Unterdrückung, Ausbeutung und Expansion. Heide Göttner-Abenroth und Bertha Eckstein-Diener haben das eindrücklich beschrieben.
Ich habe kürzlich einen Vortrag über die Hexenverfolgung gehalten, der am 26. 3. auf Englisch wiederholt wird.
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Yesterday I was at a spiritual salon, it was the first in this year's line-up around the big issue of man and woman. I really enjoyed the evening, and it has been good to hear so many aspects of the great topic in connection with the evening's topic of power. I would like to express some additional thoughts, which have been driving me into action for quite a while now.

The duality of man and woman, attraction based on diversity, polarity ... here I was missing the great complex of erotic love. And then there is the huge injustice that has grown out of the differences between men and women in patriarchy, and especially in capitalism. When, with the onset of modernity, church, government, and science entered into an unholy alliance to focus on the persecution of unchristian activities on women, there was still a relative self-determination of women, female goddesses of the present time appeared in many forms and under many names. Then began what Silvia Federici calls the "feminization of poverty" and the witch hunt, the time of despair. Between 1328 and 1427, it completes the twisting of the Celts to the Witches Sabbath, solely on the basis of Christian precepts and insinuations. Those who were persecuted and burned as witches had others - especially female - role models. And they are missing us today. Only with the emergence of the book printing was a mass destruction from it.

Here's the co-director of yesterday, Susanne Brian. It is the modern age, not the Middle Ages, the Enlightenment, which explained the woman to nature, the man to culture. The consequences are u.a. a devaluation of the female body and its activities, which is expressed in the poor or non-payment of care work to date.

I did not like how Susanne got into two very negative images of women: the painful body on the victim role and the manipulative use of "power" from the powerlessness, the bitchiness. I hope I have not seen my own shadow here. Sad, passive, painful, with brooding as the center of womanhood. That's why I mentioned Shakti as a powerful essence of women - as an anima in power - although I had many more points, but it was not supposed to be a co-presentation.

Then came Barbara von Meibom with the sentence: I am a powerful woman - that's great to stand by! And immediately afterwards the link with their male shares. As? - a woman can not be powerful and female at the same time? I've also heard that she wants to be feminine and powerful, and how hard that is. Yes, I can understand that, I think it must be worked up sociologically-historically and spiritually. That's another reason why my eye hangs from matriarchy, which (or its relics) can still be seen today in about 100 cultures. And this is not a reversal of male rule. Certain role patterns may, of course, be considered as reversed, such as courting a spiked male for a powerful, often elderly woman who actively selects from among a range of applicants the one most suitable for her. But overall, matriarchy is about the well-being of all, not oppression, exploitation and expansion. Heide Göttner-Abenroth and Bertha Eckstein-Diener have described this impressively.

I recently gave a talk on the witch hunt, which will be repeated in English on March 26, 7pm,at Wilde Küche, Berlin-Kreuzberg.

Freitag, 5. Oktober 2018

The promise of a Female Society


Zurzeit lese ich "Die Göttin und ihr Heros" von Heide Göttner-Abendroth, der Gründerin der Matriarchatsforschung. Sie inspiriert mich sehr, da sie die Geschichtsschreibung der Kriege und Siege, des Herrschens und Beherrschtwerdens mit einem anderen Blick relativiert: Es muss nicht so sein. Die weibliche Gesellschaft gab es und gibt es noch heute. Keinesfalls werden Herrschaftsverhältnisse da einfach umgedreht, der Mann wird nicht unterdrückt. Leider können wir - also insbesondere die Männer - uns das kaum vorstellen, weil wir so geprägt sind von der heutigen Gesellschaft. Selbst unser Demokratieideal stammt von den alten Griechen, deren Staat die Frauen ausklammerte und Sklaverei für selbstverständlich hielt.
Die Zeit der Königinnen, Mütter und Göttinnen ist eine andere, sie setzt auf das Wohl aller und den gemeinschaftlichen Besitz. Sie ist weder primitiv, noch basiert sie auf dem Privateigentum. Die weibliche Sozialordnung zu verstehen und vielleicht eines Tages wieder zu leben, könnte uns - den Planeten - heilen von der Gier, dem kriegerischen und ausbeuterischen Impetus der Herrschaftsform, die wir jahrtausendelang für naturgegeben hielten. Die Ausbeutung der Ressourcen von Mutter Erde, die Zerstörung mit sich bringt, kommt an ihr natürliches Ende. Es ist an der Zeit, voller Respekt und Dankbarkeit für die Fülle dieser Ressourcen, die Großzügigkeit und Liebe zu sein und die Mütterlichkeit, die weibliche sexuelle Power, die liebevolle Zuwendung wieder zu leben und zu ehren. Ob Mutter, Frau oder Tochter - wir sind alle wunderbar!
Mögen alle Lebewesen Glück und Harmonie erfahren!
Hier zwei Filme über heute existierende Matriarchate:
https://www.youtube.com/watch?v=10JZ6Nc8ZTc
https://www.youtube.com/watch?v=hW5bMqGzvYg


At the moment I'm reading "The Goddess and Hero" by Heide Göttner-Abendroth, the eminent 
researcher on Matriarchy. 
It inspires me a lot, as it relativizes the historiography of wars and victories, domination and being 
dominated: with a different view: It does not have to be that way. The female society existed and 
still exists today. Under no circumstances are relations of domination simply reversed in matristic 
societies, the male is not oppressed. Unfortunately, we - and especially the men - can hardly imagine 
that, because we are so influenced by today's society. Even our ideal of democracy comes from the 
ancient Greeks, whose state excluded women and took slavery for granted. The time of the queens, 
mothers and goddesses is different, it is based on the good of all and common ownership. It is neither 
primitive nor based on private property. Understanding the female social order, and perhaps one day 
living it again, could cure us - the planet - of the greed, the warlike and exploitative impetus of the 
form of domination that we thought was natural for millennia. The exploitation of Mother Earth's 
resources that brings destruction comes to its natural end. It is time to be full of respect and gratitude 
for the abundance of these resources, the generosity and love and the motherhood, the female sexual 
power, the loving attention to live and honor again. Whether mother, woman or daughter - we are all 
wonderful! 
May all living things experience happiness and harmony! links: two films about today's Matriarchies.



Sonntag, 19. August 2018

Pure Love and the revolt of '68 ° reine Liebe oder was?

Rainer Langhans als Gast bei der Polyparty hatte viel zu sagen, nur nichts Gutes.
Als spiritueller Mensch behauptete er, die körperliche Ebene zu verlassen sei der einzige Ausweg gewesen aus Eifersucht und Besitzdenken (diese beiden Emotionen fasste er für die frauen so zusammen, dass sie glaubten, um den gleichen Mann kämpfen zu müssen, um ihn ins Bett zu kriegen, oder gar, wie Uschi Obermaier, die Monogamie mit ihm Langhans, durchsetzen zu müssen).
Als körperloses Wesen sei das Internet sein spiritueller Raum, wo er "ganz Geist" ohne Körper sein könne. "Auch Frauen", so Langhans wörtlich, "sind in der Lage, die geistige Ebene zu erreichen". 
Als Kind der 68er, also als Kommunarde, habe er die Frauen in ihrem Feminismus in der Opferrolle gesehen, die auf die Männer zeigten und schrieben, "ihr seid schuld".

Am interessantesten war es an dem Punkt, wo Rainer beschrieb, wie er und seine Ko-Kommunarden sich zurückzogen um ihre Körper und die inneren Faschisten zu untersuchen.  Da haben sie aktiv Schattenarbeit (so nenne ich es) betrieben und sich wahrscheinlich ein wenig von der schuld- und schambehafteten Sexualität und den damit verbundenen Gedanken aus ihrer Erziehung befreit.
Hier wäre eine Öffnung gewesen, um zu fragen, ob es den Frauen gut damit ergangen ist, oder ob es nur geheißen hat: Nimm die Pille und stell dich nicht so an. Ein Großteil meiner Erfahrungen mit Männern im Zeitraum zwischen '71 und '75 war ja geprägt von einer einseitigen freien Liebe, die Einvernehmlichkeit oder Erfüllung nicht kannte. Kurzum: Männer benutzten die Frauen zu ihrer Befreiung.
Die Frage wurde von der ersten im Publikum sich erehbenden Person, einer Frau, auch in etwa gestellt. Aber Rainer antwortete ausweichend, wieder auf dem Frauen-wollen-Opfer-bleiben Ding herumzureiten.
Als ich dann kam und seinen Satz mit "auch Frauen können geistige Wesen werde" als herablassend und altväterlich bezeichnete, und dann auch seinen Gedanken vom Geist - als spirituellem Tool - auf der einen und Körper als störend auf der anderen Seite als Dualitätsdenken entlarvte, vermischte ich leider zu viele Dinge (ich hatte versucht, die #metoo Debatte als wichtig, wenn auch differziert zu sehende Enthüllung und Schritt auf dem Weg zur Selbstermächtigung zu beschreiben, ja zu retten, denn er hatte sie ebenfalls desavouiert). Ferner gab es noch den Hinweis auf die vielen jungen Menschen, die ihre Spiritualität wie im Tantra angelegt, ohne körperverneinende Askese leben, sondern gerade mit dem Körper das Bewusstsein erweitern. Denn der Körper ist in vieler Hinsicht besser geeignet als der Mind, welcher nicht das gleiche ist wie das reine Bewußtsein.
Schockierend war für mich auch, dass Atman, der in so vielen Gesprächen und Emailwechseln mit mir immer wieder betont hatte, dass er nur die Polyamorie und allenfalls das angrenzende Thema der Freien Liebe zulassen wolle in seinen Podien und in seinem Newsletter, hier sich völlig einwickeln ließ vom affektierten und selbstverliebten Langhans, der über den ganzen Abend seiner von ihm selbstproklamierten Haltung der absoluten Liebe nicht annähernd geracht wurde, denn er sprach verächtlich von vielem, woran die Menschen arbeiten. Schade. Einige Frauen haben mir hinterher gedankt für meinen Beitrag, die eine meinte, es sei wie des Kaisers Neue Kleider gewesen, alle warteten, dass jemand die nackte Wahrheit aussprach, da war es ein erlösender Moment, dass ich es gemacht habe.



Rainer Langhans as a guest at the polyparty had a lot to say, but it did not amount much. As a spiritual man, he claimed that leaving the physical plane was the only way out of jealousy and possessiveness. He summed up these two emotionsas belonging to women who, in his opinion had nothing better to do than to fight for the same man or to get him into bed. In the case of Uschi Obermaier, they even wish force the man (Langhans in this case, whom she caught in flagranti) into monogamy. As a being of consicousness, his spiritual realm is the Internet where he can be "wholly spirit", without a body. "Even women," says Langhans literally, "are able to reach the spiritual level". As a child of the '68, that is, as a communard, he saw feminism as playing and re-affirming the role of victim who pointed to the men and said, "It's your fault."
Most interesting was the point before the disembodiment. Rainer described how he and his co-communards withdrew from the world to examine their bodies and their inner fascists. Here, active shadow work was done (as I call it) and they probably freed themselves a little of the guilty and shame-afflicted sexuality and the associated thoughts from their education. This would have been an opportunity to askhow it worked for the women, or if it was just a case of the old: Take the pill and play along. I summarize much of my experience with men in the period between '71 and '75, as being negatively influencesd by the pill, without much knowledge of consent of a fullfilled sexuality.
A similar question was posed by the first person in the audience, a woman. But Rainer answered evasively, drumming on about the woman-want-to-remain-victims thing. When I came up and attacked his phrase, "women too can become mental pains" as condescending and patronizing, and then also took apart his mind-as-a-spiritual tool-on the one hand and body as disruptive on the other side, and unmasked it as duality thinking, I unfortunately mentioned  and mixed too many things (I had tried to describe the #metoo debate as important, albeit differentiated to see seeing revelation and step on the way to self-empowerment, yes, because he had also disavowed them). Furthermore, I made a reference to  parallel world – matriarchy, and the many young people who live their spirituality as in tantra, live without body-denying austerities, but just with the body to expand awareness. For the body is in many ways better suited than the mind, which is not the same as pure consciousness. But I could have said anything – Langhans was an unreachable entiy, locked into his solipsistic mind.
Shocking for me was also that Atman, who had emphasized in so many conversations and enamel exchanges with me again and again, that he wanted only the polyamory and possibly the adjoining theme of the Free Love in his podiums and in his newsletter, had himself completely entangled, not even in the slightest bit challenging Langhans, who throughout the evening didn’t live up in the slightest to his attitude of absolute love, which he proclaimed, for he contemptuously spoke of people and what they are striving for.
Too bad.
Some women thanked me afterwards for contributing, one even thought it was like the Emperor's New Clothes (the elephant in the room), everyone was waiting for someone to speak the bare truth, so it was a redeeming moment that I did it.


Mittwoch, 15. August 2018

A hot topic even in poly circles ° Mütter, Amazonen und Schlampen


This is the link to the discussion (in German only); for English go down

Als ich im März von Mr A. zum Panel seiner Polyparty im Insomnia eingeladen wurde, habe ich mir überlegt, dass mein Thema das Matriarchat sein müsste, weil
1. ... es dort kein Slut-Shaming gibt, d.h. eine Frau, die viele sexuelle Kontakte hat, wird hoch angesehen. Bei uns, hier und heute, scheint es immer noch schwierig für Frauen, sich zu mehreren Partnern zu bekennen oder dazu, dass sie Sex auch ohne feste Beziehung genießen oder überhaupt genießen können. Zumindest war das mein Eindruck, als ich hörte, dass sich keine Frau für das Panel finde - bei fünf bereits zugesagten Männern. Zum Glück kam dann mit Cosima noch eine Powerfrau dazu, eine junge Studentin der Philosophie, die sich an der Uni mit dem Bild der Polyamory in den Medien befasst hatte. Die Übersetzung von The Ethical Slut (Dossie Easton and Janet Hardy 1997) ins Deutsche mit "Schlampen mit Moral" sitzt bei mir immer noch unbequem im Sprachgefühl, da einerseits die "Schlampe" ein Schimpfwort ohne positive Besetzung ist (leider, aus meiner persönlichen Geschichte), anderseits Moral als erhobener Zeigefinger der Bürgerlichkeit etwas anderes, weniger Philosophisches, weniger Selbstbestimmtes ist als ethische Grundsätze, die lediglich dem Wohl aller dienen. 
2. ... das Matriarchat als Gegenentwurf zum Patriarchat eine Welt ohne sexualisierte Gewalt darstellt. Und das meine Antwort auf die #metoo Debatte ist, obwohl viele jetzt rufen werden: Ist das nicht das gleiche umgekehrt? Sollten wir nicht nach Co-Dominanz oder Gleichberechtigung streben? sage ich, die physische Überlegenheit und die jahrtausendealte Übermacht des Mannes haben uns auf zweifache Weise dieses Heft in die Hände gespielt. Auch wenn es Übergriffe von individuellen Frauen, auch wenn es kriegerische Herrscherinnen gibt und gab, Testosteron Rex (Buchtitel von Cordelia Fine ) ist ein aggressiver und bedrohlicher Bursche, den es unter Kontrolle zu halten gilt. Evolutionsbedingt und somit auch genetisch/hormonell sind solche Tendenzen im Mann stärker als in der Frau. Wobei ich gegen biologistische Festlegungen bin, warum ich auch die matriarchalen Lebensweisen als Beispiele dafür heranziehe, dass gewisse Eigenschaften, zum Beipiel sich hübsch zu machen und umworben zu werden oder forsch und beiläufig sexuell zu agieren, je nach Gesellschaftsform beiden Geschlechtern zugewiesen werden kann (Bertha Eckstein-Diener: "Mütter und Amazonen").
3. ... wenn eine Gesellschaft auf dem Wohl aller aufgebaut ist, fallen Regeln und Gesetze weitgehend als Regulatorien weg. Diese braucht es nur, wenn der Stärkere die Schwächeren unterdrücken kann und per Gesetz sanktioniert werden muss. Als im Panel dieses Wort im Zusammenhang mit Polyamorie fiel - dass Gesetze und Regeln von Männern gemacht sind und Frauen diese nicht brauchen - wurde Unmut laut. Ich halte noch ein zweites Argument dagegen, nämlich dass auch in der Liebe die Regularien nur eine Krücke sind, eine Scheinsicherheit (wie ich im vorigen Eintrag über Paradoxie erläutere, Liebe eben nicht per Gesetz funktioniert, sondern Freiheit braucht). Aber viele, die eine offene oder Mehrfachbeziehung praktizieren, möchten sich mit Regeln versorgen, damit ihnen und der Partnerin Leid erspart bleibt. Ich denke, Absprachen müssten reichen. Radikale Ehrlichekit und Verlässlichkeit sind mir genug.
Wieder steht ein Polyparty ins Haus - diesmal mit Rainer Langhans am 17. 8. im Insomnia. Tickets (und eine Verlosung für ein Dinner mit dem Ex-Kommunarden) hier: https://ticket2go.de/e/1121

When I was invited by Mr A. to the panel of his polyparty in Insomnia in March, I thought 
that my topic would have to be matriarchy, because 
1. ...there is no slut-shaming there, a woman with many sexual contacts is highly regarded. With 
us, here and today, it still seems difficult for women to confess to multiple partners or to be able 
to enjoy or even enjoy sex without a strong relationship. At least that was my impression when 
I heard that there was no woman for the panel - with five men already pledged. Fortunately, with 
Cosima a powerful young woman joined, who at university took a look at how polyamory is 
represented in the media. The translation of The Ethical Slut (Dossie Easton and Janet Hardy 1997) 
into German with "sluts with morality" is still uncomfortable in my sense of language, because on 
the one hand the German word "Schlampe" is a dirty word without positive connotation 
(unfortunately, from my personal history). On the other hand, morality as raised finger of 
bourgeoisie is something else, less philosophical, less self-determined than ethical principles that 
serve the good of all. 
2. ... that matriarchy, as an alternative to patriarchy, represents a world without sexualized violence. 
And that's my answer to the #metoo debate, though many will be shouting now: is not the same the 
other way around? Should not we strive for co-dominance or equality? I say, the physical superiority 
and the millennia-old dominance of the man have played into our hands in two ways. Even though 
there are abuses by individual women, even when there are belligerent female rulers, Testosterone 
Rex (Book by Cordelia Fine ) is an aggressive and menacing guy who needs to be kept under 
control. Due to evolution and thus also genetically / hormonally, such tendencies are stronger in 
men than in women. Although I am against biologistic determinations, why I also use the 
matriarchal ways of life as examples, that certain qualities, for example, to be pretty and courted, 
or brisk and sexually casual, can be assigned to both sexes depending on the social structure 
(Bertha Eckstein Diener : "Mothers and Amazons").  
Again a polyparty is in the house - this time with Rainer Langhans on the panel. August 17,  
 at Insomnia. Tickets (and a chance for a dinner with the ex-Communard) here:
 https://ticket2go.de/e/1121

Dienstag, 14. August 2018

Paradoxa ° warum Widersprüche zur Erkenntnis führen

 


English below

parádoxos „wider Erwarten, wider die gewöhnliche Meinung, unerwartet, unglaublich“ - das bedeutet das griechische Adjektiv zum Paradoxon, dem scheinbar unauflöslichen Widerspruch.
Zu den psychologischen Paradoxien gehören Fälle, in denen Menschen sich genau entgegen der „Logik“ verhalten. Dazu gehört die sogenannte „Sei-spontan-Paradoxie“, wie es häufig in Beziehungen zum Ausdruck kommt: Die Erwartung, dass mein Gegenüber seine Entscheidungen gefälligst frei und selbständig treffen soll – und genau damit seine Unselbständigkeit unter Beweis stellen würde. Der Wunsch „Sag mir doch öfter mal spontan, dass du mich liebst!“ ist, sobald ausgesprochen, nicht mehr erfüllbar.
„Ich liebe dich“ – „Das sagst du jetzt nur wegen meiner Bitte neulich!“.
Warum soll ein Paradox mir jetzt helfen, non-Dualität zu erreichen? Denke nur einmal an den Satz den Zen Meister: "What is the sound of one hand clapping?"
also, in meditativer Haltung über eine Unmöglichkeit - eine scheinbare - nachzudenken, führt zu Kreativität und bestenfalls zur Erleuchtung.
Aber schon das Paradox in sich auszuhalten ist Non-Dualität. Unser Denken zwingt uns, nur das eine oder das andere für wahr zu halten: wir sind entweder frei oder gebunden, unterwürfig oder dominant, haben Schmerzen oder Vergnügen, sind gut oder schlecht, haben Angst oder sind mutig.
In der Gebundenheit Freiheit zu fühlen, ist das größte Paradox, aber total wahr. In der Freiheit sich unfrei zu fühlen, das verbreitetste Phänomen.
So kann das Lieben als totales Ausgeliefertsein empfunden werden, und man wehrt sich mit Händen und Füßen gegen diese Fessel. Einzige Erlösung scheint in jungen Jahren unter der Zivilbevölkerung das Heiraten, das Sicherheit verspricht und die Qual der Verlustängste von uns nimmt. Wenn ich den anderen binden kann, wird es mir leichter ums Herz. Aber dann beginnt ein neues Paradox: Der oder die Gebundene will wieder frei sein. Oder man selbst. Die Verlustängste werden nicht weniger, denn auch wenn die Ruhe eingekehrt ist, habe ich die Ängste nicht los: liebt er/sie mich wirklich oder bleibt er/sie nur, weil wir verheiratet sind, weil es einen Vertrag gibt, den aufzulösen Mühe bedeutet und womöglich finanzielle Verluste.

Liebe ist wie ein wilder Vogel
Wer den will zähmen
Hat es schwer
Ganz umsonst wirst du nach ihm rufen
Wenn er nicht will
Kommt er nicht her.

So kommt das Lieben dem lebenden Paradox gleich: will ich den anderen wirklich an mich binden (warum eigentlich binden?), muss ich ihn freilassen. Wenn meine Liebe echt ist, erwartet sie nichts. Wenn die Liebe des anderen echt ist, werde ich tausendfach entlohnt. Für diese "Entlohnung" muss ich nichts geben als nur mein Da-Sein. Was wirklich zu dir gehört, kommt zurück, wenn du es loslässt.
https://lyricstranslate.com/de/habanera-l039amour-est-un-oiseau-rebelle-carmen-habanera.html

Liebe ist wie ein wilder Vogel
Wer den will zähmen
Hat es schwer
Ganz umsonst wirst du nach ihm rufen
Wenn er nicht will
Kommt er nicht her.
Nichts zu wollen mit Drohn und Bitten
Kein Schmeicheln hilft und keine Wut
Grad der and're ist gern gelitten
Obwohl er schweigt
Bin ich ihm gut.
Ja,gut
Ja,gut
Ja,gut
Nur Mut
Die Liebe gleicht Zigeunerart
Für sie ist keinerlei Gesetz gemacht
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb' dich
Und lieb' ich dich
Nimm dich in acht!
Auch wenn du mich nicht liebst
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb dich!
Und wenn ich liebe
Wirklich liebe
Gib acht auf dich!
Glaubst den Vogel du schon gefangen
Ein Flügelschlag entführt ihn dir;
Liebe läßt dich vergebens bangen
Doch bangst du nicht mehr
Ist sie hier.
Sie umkreist dich zu allen Stunden
Sie naht
Entflieht
Naht wieder sich;
Die du halten willst ist verschwunden
Und eh du sie hast
Hat sie dich!
Auch du
Ja,du
Grad du
Hör zu
Die Liebe gleicht Zigeunerart
Für sie ist keinerlei Gesetz gemacht;
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb dich
Und lieb ich dich
Nimm dich in acht!
Auch wenn du mich nicht liebst
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb dich!
Und wenn ich liebe
Wirklich liebe
Gib acht auf dich!

Nichts zu wollen mit Drohn und Bitten
Kein Schmeicheln hilft und keine Wut
Grad der and're ist gern gelitten
Obwohl er schweigt
Bin ich ihm gut.

Ja,gut
Ja,gut
Ja,gut
Nur Mut

Die Liebe gleicht Zigeunerart
Für sie ist keinerlei Gesetz gemacht
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb' dich
Und lieb' ich dich

Nimm dich in acht!
Auch wenn du mich nicht liebst
Auch wenn du mich nicht liebst:
Ich lieb dich!
Und wenn ich liebe
Wirklich liebe
Gib acht auf dich!

Glaubst den Vogel du schon gefangen
Ein Flügelschlag entführt ihn dir;
Liebe läßt dich vergebens bangen
Doch bangst du nicht mehr
Ist sie hier.
Sie umkreist dich zu allen Stunden

Sie naht
Entflieht
Naht wieder sich;
Die du halten willst ist verschwunden
Und eh du sie hast
Hat sie dich!

parádoxos "contrary to expectations, contrary to ordinary opinion, unexpected, unbelievable" 
- that is the meaning of the Greek adjective to the paradox, the seemingly indissoluble 
contradiction. The psychological paradoxes include cases in which people behave exactly 
contrary to the "logic". This includes the so-called "be-spontaneous paradox", as it is often 
expressed in relationships: the expectation that my counterpart should make his decisions 
freely and independently - and thus just prove his dependence. The desire "Tell me more 
often spontaneously that you love me!" is, as soon as pronounced, no longer achievable.  
"I love you" - "That's what you say now only because of my request the other day!".  
Why should a paradox help me achieve non-duality now? Just think of the phrase Zen Master: 
"What is the sound of one hand clapping?"  So meditating on the seemingly impossible leads 
to creativity and at best to enlightenment.  But to endure the paradox already is a taste of 
non-duality. Our thinking forces us to believe only one thing or the other: we are either free or 
bound, submissive or dominant, in pain or pleasure, good or bad, afraid or brave.  Feeling free 
in bondage is the biggest paradox, but totally true. In freedom to feel unfree, the most common 
phenomenon.  Loving can thus be perceived as total bondage, and the tendency is to fight this 
being caught and at the mercy of another with hands and feet instead of surrrendering to the 
inevitable. The only salvation that seems possible - at a young age among the civilian 
population - is marriage, which promises security and takes away the agony of fear of loss at 
first appearance.


Love is a rebellious bird
that no one can tame,
and if you call for it, it'll be quite in vain
for it's in its nature to say no.
Nothing helps, neither a threat nor a prayer
one talks well, the other rests silent
and it's the other one that i prefere
doesn't say a thing, but pleases me.
Love! Love! Love! Love!
 If I can tie the other or put them in a cage, it will be easier for me. But then a new paradox 
begins: the one who is bound wants to be free again. Or you yourself. The fear of loss will 
not be less, because even when the temporary peace has come, I can not shake the fears: 
does he/she really love me, or is he/she only there because we are married, because there is a 
contract, which to undo will cost effort and possibly financial loss.  So love is like the living 
paradox: if I really want to bind the other to me (why bind him or her?), I have to release them. 
If my love is real, it does not expect anything. If the other's love is real, I will be paid back a 
thousandfold. For this "payback" I have to give nothing but my presence. Just being there. 
What really belongs to you comes back when you let it go.

Love is a gypsy's child,
it has never, never known what law is,
if you do not love me, i love you
if i love you, then beware!
if you do not love me,
if you do not love me, i love you!
but if i love you,
if i love you, then beware!

The bird you thought you had caught by surprise
beats its wings and flies away...
love lies afar, you can wait for it
and when you don't expect it anymore, there it is!
All around you twirls faster, faster
it comes and goes, and then comes back.
you think you've caught it, it eludes you,
you think you've escaped it, it captures you.
Love! Love! Love! Love!